Weblog von Jörg Dünne

Neuerscheinung: Mercator-Vorlesungen von Frank Lestringant

Unter dem Titel: Die Erfindung des Raums. Kartographie, Fiktion und Alterität in der Literatur der Renaissance (hg. v. Jörg Dünne)
sind im März 2012 beim transcript Verlag in deutscher Übersetzung aktuelle Forschungsbeiträge sowie insbesondere die Vorträge erschienen, die der französische Renaissanceforscher Frank Lestringant im Sommer 2010 im Rahmen seiner Gastprofessur in Erfurt gehalten hat. (vgl. nähere Informationen).

 

Neues Forschungsprojekt: Die katastrophische Feerie

"Die katastrophische Feerie: Diskontinuität, Spektakularität und die französische Moderne" - so lautet der Titel eines DFG-geförderten Forschungsprojekts ab dem Sommersemester 2012.

Das Projekt widmet sich der Rehabilitierung der zu Unrecht in Vergessenheit geratenen, vor allem im Frankreich des 19. Jahrhunderts populären Gattung der Feerie. Über die bisher in der Forschung vorherrschende Einordnung als reine Unterhaltungsgattung hinaus soll es darum gehen, die Feerie als paradigmatisch für eine spezifische Erfahrung moderner Zeitlichkeit zu erfassen, die sich durch die ästhetische Form einer spektakulären Diskontinuität auszeichnet und häufig als Katastrophe modelliert wird. Die Feerie wird vor allem als Brückengattung zwischen Theater und Film um 1900 zunächst auf die ästhetischen Effekte ihrer Tableaustruktur hin in den Blick genommen. Weiterhin soll anhand von narrativen Anverwandlungen katastrophischer Feerien in der französischen Erzählliteratur von Flaubert bis Céline untersucht werden, wie im Erzähltext Strukturen des Spektakulären entstehen, die herkömmliche Formen narrativer Zeitorganisation kontaminieren. Und schließlich wird es um die Frage gehen, inwiefern die spektakuläre Diskontinuität der Feerie paradigmatisch für eine spezifische Vorstellung von der ästhetischen sowie wissensgeschichtlichen Moderne als ganzer sein könnte, die zwischen Katastrophismus und magischer Sichtbarmachung von Unsichtbarem oszilliert.

Ab April 2012 werden mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine Wissenschaftliche Hilfskraft, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie Jörg Dünne zwei Jahre lang zu diesen Fragen forschen. Es sind im Rahmen des Projekts mehrere Workshops und Vorträge geplant – die Eröffnungsveranstaltung für das Projekt mit einem Gastvortrag des Berliner Kulturwissenschaftlers Olaf Briese zu „Zauberstück und Katastrophe“ findet am Abend des Mittwoch, 2. Mai 2012 an der Universität Erfurt statt. Nähere Informationen auf der Projekthomepage.
 

 

 

 

 

Buchveröffentlichung: Die kartographische Imagination

Im September 2011 erschienen: Die kartographische Imagination. Erinnern, Erzählen und Fingeren in der Frühen Neuzeit. München: Fink 2011 (vgl. nähere Informationen).

Workshop zu Jules Verne: Weltspiele - Weltnetzwerke

Am Freitag, 13. Mai 2011, findet in Heidelberg eine Veranstaltung statt, die die Diskussionen der AG Raum - Körper - Medium zum Weltfiktionen (vgl. den Gothaer Workshop von 2009) fortsetzt und im Hinblick auf Jules Vernes Tour du monde en 80 jours vertieft: die Arbeitstagung "Weltnetzwerke - Weltspiele" (Programm und weitere Informationen).

Tagung Unübersetzbarkeit II: Grenzen und Störungen sprachlicher, medialer und kultureller Übertragungsprozesse

Erfurt, 13.-15.1.2011 (Organisation: Jörg Dünne & Martin Jörg Schäfer, Erfurt, in Zusammenarbeit mit Myriam Suchet und Jessica Wilker, Lille III).

Das zweite Atelier zum Thema Unübersetzbarkeit, das an eine erste Veranstaltung in Lille im Oktober 2010 anschließt, öffnet das enger gefasste Thema des ersten Ateliers, das der sprachlichen, speziell der literarischen Übersetzbarkeit gewidmet war, auf ein weiteres sprach-, medien- und kulturwissenschaftliches Feld – dieses Feld soll hier mit dem Ausdruck Übertragbarkeit belegt werden. Beiden Veranstaltungen gemeinsam ist das besondere Interesse an den intrinsischen Grenzen jeder Form von Übersetz- bzw. Übertragbarkeit.

Nähere Informationen und das Programm finden sich auf der Tagungswebsite.

Sektion am Frankoromanistentag zum Thema "Raumskripten / scénarios d'espace"

Im Rahmen des 7. Frankoromanistentags in Essen vom 29.9. bis 2.10. 2010 organisieren Wolfram Nitsch (Köln) und Jörg Dünne (Erfurt) eine Sektion zum Thema "Raumskripten"/Scénarios d'espace" (Sektion Nr. 10). Auf der Tagungsseite finden sich nähere Informationen zum Sektionsthema (pdf) sowie zum Sektionsprogramm (pdf).

Workshop "Geophilologie"

Im Rahmen der Gastprofessur von Frank Lestringant (Paris IV - Sorbonne) an der Universität Erfurt im Sommersemester 2010 findet am 1. und 2. Juli in Gotha ein deutsch-französischer Workshop zum Thema Geophilologie statt (Organisation: Jörg Dünne und Frank Lestringant). Der Workshop ist Teil der Gothaer Kartenwochen von Mai bis Juli 2010.

"Living architectures" - Filmreihe im Münchener Filmmuseum

Die 10. Münchener Architekturfilmtage vom 23.-25. April 2010 stehen dieses Jahr unter dem Motto "Living architectures" (zugleich der Titel eines der gezeigten Filme von Ila Bêka und Louise Lemoine). In der Filmreihe geht es u.a. um die Frage, in welchem Sinn man Architektur als 'lebendig' bzw. als Agenten in einem Netzwerk aus Zeichen, menschlichen Akteuren und materiellen Artefakten verstehen kann. Näheres dazu im Programmtext (pdf).

 

Gothaer Kartenwochen

Das Forschungszentrum Gotha organisiert im laufenden Sommersemester 2010 vom 31.5. bis zum 18.7. 2010 eine Reihe von Veranstaltungen rund um die Kartensammlung des Perthes-Archivs in Gotha, die unter dem Titel "Gothaer Kartenwochen" zusammengefasst werden - hier das Programm der Kartenwochen (nähere Hinweise dazu, insbesondere zum im Rahmen der Kartenwochen geplanten Workshop "Geophilologie", in Kürze).

 

Tagung "Offene Objekte"

Unter diesem Titel findet vom 28.-30.4 in Weimar die Jahrestagung des IKKM statt. Die Keynote Lecture hält am 29.4. um 19 Uhr Bruno Latour zum Thema "Where is the res extensa? An Anthropology of Object"

 

 

 

 


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